Dritte Mitteldistanz – 2011

Köln 2011

3. September 2011, Samstag in Köln, 30 Grad, Steffi hatte ihren Smart-Wettkampf und wir haben alle mit ihr gelitten, weil die Temperaturen echt gigantische Höhen erreicht hatten und das war nun doch sehr ungewöhnlich für diesen Sommer. Dafür war für meinen Wettkampf-Sonntag eher durchwachsenes Wetter mit Regen angesagt.

Ich hatte Angst vor Regen, immerhin sollte es mein erster Wettkampf mit meiner neuen Zeitmaschine werden und wer putzt schon gerne so ein tolles schönes Fahrrad und ohnehin, schnell legt man sich bei Regen auf der Strecke ab. Zumal ich wußte, daß die Radstrecke teilweise tückisch eng ist.

Die Wettkampfbesprechung besagte dann aber am Sonntag, daß Neo erlaubt ist. Ich wollte eigentlich ohne Neo schwimmen. Erst meine Freundinnen haben mich davon überzeugt, daß ich auch ohne Neo-Verbot ohne selbigen schwimmen kann… heijeijei, auf diese einfache Idee wäre ich ja in meiner beschränkten Denke gar nicht mehr gekommen. Nach kurzer Überlegung fand ich dann die Vorstellung überhaupt nicht schlecht und je länger ich darüber nachdachte, desto besser. Schließlich würden dann alle Neopren-Starter gleich denken: „Wow, die Frau hats drauf!“

Das war auch wirklich ganz gut, denn ich bin voller Selbstbewußtsein dann zum See runter gehüpft, hab noch mit einem gutaussehenden Neoprenmenschen geflunkert und bin dann locker lässig mit einem Kopfsprung vom Pontong ins Wasser gesprungen. Jepp, da war ich. Im ersten Moment dachte ich zwar, daß das Wasser ganz schön nass und kalt ist, aber dann hat sichs gegeben.

Der Start war unspektakulär und ich habe mich hinten gehalten, bin dann einfach nur einen ruhigen Stiefel geschwommen, eigentlich ohne besondere Vorkommnisse. Wenn man mal davon absieht, daß man Innenbahn-Nachbar fast die Wende verpennt hätte und nicht merkte, daß das DLRG-Boot ihn zur Wende drängen wollte. Nundenn. Er konnte mich also trotz Neo nicht abhängen.

Der Schwimmausstieg war mir extrem leicht gefallen, mir brauchte niemand eine Hand zu reichen und ich habe in dem Kanal einige dynamische Männer überholen können. Es war echt gut ohne Neo. Wechsel aufs Rad, unspektakulär.

Bei der ersten Einfahrt in die Stadt habe ich zwar meine Aero-Trinkflasche unbemerkt  verloren, samt letzten Gel, was am Rad befestigt war, war aber alles verkraftbar. Seitdem mußte ich mir die Trinkflasche in meiner Dekolté stecken, um unterwegs auch mal was zu mir nehmen zu können. Aber kein Problem für einen ausgebufften Triathleten wie mich ;-).

Allerdings die Sache mit dem Sattel, die müssen wir beim nächsten mal besser justieren. Noch tagelang spürte ich meine beiden Sehnen und die naheliegenden Weichteile. Die verdienen den Namen Weichteile nämlich nicht mehr, weil darunter ganz schöne Knubbel zu spüren sind. Aber egal, auch diese Hürde habe ich geschafft.

Vom super Triarad runter, diesmal durften die Starter selbst die Räder auffhängen (was ein Glück, immerhin fahre ich das schönste Rad südwestlich des Urals). Aber beim Laufen mit den Radschuhen in der Wechselzone dachte ich schon: da geht nix mehr. Mir taten ja die Füße so weh, insbesondere der rechte Außenspann, der war ja schon mit einem dicken Hämatom vor dem Wettkampf ausgestattet… und jetzt das!!!! Entschied mich dann spontan für die NICHT-WETTKAMPFSCHUHE sondern für die mit Dämpfung, dummerweise ohne Schnürhilfe, aber egal, auf die Wechselzeit kam es nicht an. Die ersten „Höhenmeter“ auf die Deutzer Brücke hoch waren brutal und ich fragte mich, wie ich das bloß zu Ende bringen soll.

Auf der zweiten Runde ging es mir dann etwas besser und ich überlegte mir, ob ich diesen Gammeltritt hier wirklich bis zum Ende durchhalten will… und nein, das wollte ich nicht. Wenn ich einen schnellen Tritt angehen könne, würde es weniger lange dauern. Zuerst mußte ich mich zwar mal davon überzeugen, daß ein Halbmarathon keine Sprintdistanz ist, aber als mir das klar war konnte ich wieder einen flotten Gang zulegen und siehe da… ett ging.

Ich kam richtig gut in Gang und sammelte einen Langdistanzler mit meinem Tempo ein, mit dem ich mich dann wirklich sehr nett unterhielt. Leider mußte er zum Wendepunkt der Langdistanz noch eine Ecke weiter laufen als ich und so trennten sich unsere Wege und unsere Unterhaltung.

Auf dem letzten Teilstück konnte ich wirklich noch Gas geben und hoffte immer wieder, dass meine Oberschenkelmuskeln meiner mentalen Stärke gewachsen waren….. JA SIE SIND ES….

Was ein großartiges Gefühl. Von der Deutzer Brücke herunter hab ichs dann noch etwas krachen lassen und bin dann flockig aufs Ziel zu. Dort empfing mich Steffi, die mich auf den letzten Meter an die Hand nahm. Was ein schönes Gefühl, doch leider mußte ich die Hand loslassen, weil das so ungewohnt zu laufe war, nach dem langen Weg alleine.

Sie ließ mich los und ich lief in die Zielgerade. Puh, geschafft, 6:14 im Ziel.

Heute kann ich es kaum glauben, daß ich es mal wieder geschafft habe. Immerhin habe ich einen echten Halbmarathon gelaufen. Inzwischen weiß ich gar nicht mehr, wo die Kilometer 11 bis 21 hin sind, wer hat die für mich gelaufen? Unglaublich.

Meine Beine haben zwar etwas gezwickt, aber ein echter Schmerz ist anders.

Nummer 3 an Mitteldistanz, so langsam krieg ich Routine

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